Pressemitteilung Salzlandkreis / Stadt Güsten
Bernburg/Warmsdorf. „Wir haben die Förderzusage - 2028/2029 kann gebaut werden.“ Als Landrat Markus Bauer mit Fachdienstleiter Tilo Wechselberger die frohe Botschaft aus dem Salzlandkreis zum Wipper-Radweg nach Warmsdorf bringt, ist auch Güstens Bürgermeister, Michael Kruse, vor Ort. Für den Aus- und teilweise Neubau der Radverbindung auf rund drei Kilometer zwischen Güsten und Amesdorf, Warmsdorf bis zur Gemarkungsgrenze Giersleben hat das Land für den Salzlandkreis als Projektträger insgesamt 2,6 Millionen Euro Fördergeld in seinen Haushalt für die Jahre 2028/29 eingestellt – Mittel des Bundes für Investitionen in den Radverkehr aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land".
Die Region kann sich damit einen lange gehegten Wunsch erfüllen und den alten ‚Schwarzen Weg‘ zwischen Güsten und Amesdorf als Teil des Wipperradwegs wieder durchgängig befahrbar machen, unter anderem mit einer neuen Brücke. Dieser Wipper-Radweg führt entlang des Flusses von Sandersleben über 35 Kilometer bis nach Bernburg, wo an der Mündung das Wipper-Wasser in die Saale fließt. Der regionale Wipper-Radweg verbindet mehrere Ortschaften im regionalen Radwegenetz des Salzlandkreises und bietet Anschluss an den überregionalen Saaleradweg.
„Mit dem Aus- und Neubau stärken wir also sowohl den Alltagsverkehr auf dem Rad als unser touristisches Angebot, denn dank E-Bikes rücken die Orte doch deutlich näher zusammen als bisher“, unterstreicht Landrat Markus Bauer. Er betont: „Wir wollen, dass die Menschen bei uns in der Region bleiben. Dafür schaffen wir Stück für Stück eine nachhaltige und sichere Infrastruktur.“ Der Landrat verweist auf den straßenbegleitenden Radweg zwischen Elbenau und Grünewalde in Schönebeck, der gebaut werden kann, weil das Land auch dafür mehr als eine Million Euro bewilligt hat. „Zusammen mit dem Wipper-Radweg-Projekt sammeln wir rund 3,8 Millionen Fördermittel ein und investieren insgesamt weitere 4,2 Millionen Euro in unsere kreisweite Radwege-Infrastruktur. Was wir gemeinsam nach unserer Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030 vorantreiben, hebt das Potenzial und bietet weitere Chancen im ländlichen Raum zwischen Halle und Magdeburg. Damit gelingt es uns immer wieder Unterstützung von Land und Bund einzuholen.“
Güstens Bürgermeister Michael Kruse sagt: „Es freut mich, dass wir mit dem Bau des Radwegs den Wunsch der Bürger und des Stadtrates umsetzen können. Das hätten wir als Stadt nie allein stemmen können. Die Verbindung war schon lange gewollt, jetzt kommt sie endlich! Damit sind dann in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper alle Orte mit Hilfe von Radwegen verbunden.“ Darüber hinaus zeigt sich der Bürgermeister auch froh darüber, dass mit der Vereinbarung endlich auch der Streit zur Kreisumlage beigelegt werden kann. „Das ist eine sehr vernünftige Lösung im Interesse aller.“
Ähnlich wie für das Projekt in Schönebeck hatten sich der Salzlandkreis, die Stadt Güsten und die Verbandsgemeinde im Vorfeld geeinigt, ein altes Klageverfahren mit der Stadt zur Kreisumlage 2017 mit einem Vergleich beizulegen. Zuletzt ging es noch um 1,26 Millionen Euro. Statt Auseinandersetzung mit offenem Ausgang also Einigung für ein gemeinsames Ziel, den Wipper-Radweg aus- und in Teilen neu zu bauen unter der Voraussetzung, dass notwendige Fördermittel fließen. Der Salzlandkreis fungiert als Projekt- und Vorfinanzierungsträger.
Der zuständige Fachdienstleiter für Kreis- und Wirtschaftsentwicklung und Tourismus kennt die Details: Für die Arbeit in drei Teilabschnitten - von der Wipperstraße in Güsten nach Amesdorf mit Neubau einer Wipperbrücke, von Amesdorf nach Warmsdorf und Warmsdorf bis Giersleben – wurde der Investitionsaufwand auf über 2,9 Millionen Euro geschätzt. Der Salzlandkreis beteiligt sich mit 180.000 Euro am zehnprozentigen Eigenanteil der Stadt, die das Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes dafür nutzen will.
Nach Fertigstellung trägt die Stadt Güsten die Baulast für alle Radwegabschnitte wie bisher. „Inzwischen haben wir mit der Stadt und der Gemeinde Saale-Wipper eine planungsbegleitende Arbeitsgruppe gebildet. Es ist eine Win-Win-Geschichte, wenn wir als Kreis die Kommunen bei solchen Projekten unterstützen und die Führung übernehmen, auch wenn wir uns damit viel Arbeit auf den Tisch laden. Das Projekt zum Ausbau des Wipper-Radwegs ist mit dem Fördermittelbescheid nun auch finanziell abgesichert“, freut sich der Fachdienstleiter.